Ovarielle Stimulationsbehandlung

​Wenn beim Zyklusmonitoring festgestellt wurde, dass gar keine oder nur eine ungenügende Follikelreifung stattfindet, wird eine Stimulationsbehandlung durchgeführt.

Durch die Gabe von Medikamenten kann diese Störung ausgeglichen werden.

Die einfachste Methode der Hormonstimulation zur Unterstützung der Follikelreifung ist die Gabe von Clomifen, einem Östrogenrezptormodulator. Eine weitere Möglichkeit der Stimulationsbehandlung ist die Anwendung von den Gonadotropinen FSH (follikelstimulierendes Hormon) oder HMG (Humanes Menopausengonadotropin, das auch FSH enthält) in Form von Injektionen. In geringer Dosierung wird einmal täglich ein Gonadotropin unter die Haut gespritzt.

Das Follikelwachstum wird mit Ultraschall kontrolliert, um den richtigen Zeitpunkt für das Auslösen des Eisprungs (Injektion von hCG, humanes Chorion Gonadotropin) festzulegen. Abhängig vom Samenbefund erfolgt gezielter Geschlechtsverkehr oder das Einbringen von Samenzellen in die Gebärmutterhöhle (Insemination).

Bei der Stimulation im Rahmen der künstlichen Befruchtung (In-Vitro-Fertilisation und Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) kommen ebenfalls Gonadotropine zum Einsatz – allerdings in viel höherer Dosierung (kontrollierte ovarielle Überstimulation). Denn für eine künstliche Befruchtung sollen nicht nur ein oder zwei Follikel reifen, sondern mehrere, die dann im Rahmen der Follikelpunktion entnommen werden.

Trotz sorgfältiger Ultraschall- und Laborkontrolle kann es zu einer Überstimulation der Eierstöcke kommen.
Das sogenannte Überstimulationssyndrom (OHSS)  ist mit einer deutlichen Vergrößerung der Eierstöcke, Unterbauchschmerzen sowie relativ hohen Östrogenspiegeln verbunden, die zu einer vermehrten Gefäßdurchlässigkeit und damit zu einem erhöhten Thromboserisiko führen. Diese Symptome sind jedoch gut zu behandeln und bilden sich wieder vollständig zurück.
In unserer Klinik besteht die Möglichkeit der stationären Behandlung und wir versorgen als einziges Zentrum in der Steiermark alle Patientinnen mit Nebenwirkungen der Stimulationsbehandlung, wenn dies erforderlich ist.

 

 

 

Letzte Aktualisierung: 17.01.2017